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Stumpfe Hiebwaffen

Stumpfe Hiebwaffen sind alle Waffen, die sich nicht auf Klingen oder Eisenspitzen verlassen, sondern auf knochenbrechende Wucht. Sie sind zwar nicht so kriegswichtig wie Stangenwaffen, dafür werden sie häufig im Alltag und bei kleineren Auseinandersetzungen gebraucht.

Kriegskolben

Unter Kriegskolben versteht man ein oder zweihändige Militärwaffen. Die Köpfe sind oft aus Eisen, manchmal auch aus Messing oder mit Blei beschwert. Die Köpfe von Kriegskolben sind klein, bei einhändigen etwas größer als eine Zwetschge und auch beidhändige sind nur so groß wie ein Apfel. Fruchtig. Von Soldaten werden sie gerne getragen, denn sie sind günstig in der Herstellung und müssen nicht gepflegt werden. Die Schäfte von einhändigen Kriegskolben sind zumeist kurz, vielleicht von Unterarmlänge, die von beidhändigen variieren können aber einen Schritt lang sein oder auch zwei.

Stangenkeulen

Stangenkeulen darf man nicht mit zweihändigen Streitkolben verwechseln, denn sie haben keinen einfachen runden Kugelkopf. Sie sind lang, auf jedenfall höher als die Hüfte und der obere Teil, je nach Region die Hälfte oder auch nur ein Drittel, wird breiter. Meist ist er kantig und immer mit Stahl beschlagen. Dies können Bänder, Nägel oder pyramidenartige Beschläge sein. Die Stangenkeule sollte auch nicht mit einem einfachen zweihändigen Prügel verwechselt werden, denn es ist eine angesehene Waffe.

Einfache Prügel

Hier wird es schwammig. Man könnte bereits ein abgebrochenes Tischbein in einer Trinkhallenprügelei als solch einen Prügel bezeichnen. Meist sind solche Prügel bei niederstem Geschmeiss im Kriegsgebrauch. Dann wird ein starker Ast genommen, man spaltet das obere Ende und treibt einen Keil aus Blei herein. Gerne wird der Prügel dann noch über Feuer gehärtet, ehe man Eisenbänder rundherum nagelt. Damit geht dann der tapfere flagit fil'hai, seines Zeichens siebenjähriger Welpensoldat und offizielles Krähenfutter, in den Krieg.

Bedeutung

Stumpfe Hiebwaffen haben einige Nachteile und auch einige Vorteile. Sie sind langsamer als beispielsweise Klingenwaffen und es ist schwerer jemanden damit umzubringen. Letzteres ist für andere auch ein Vorteil und so werden sie gerne genutzt, wenn man das Gegenüber nicht umbringen will, sondern nur einen Standpunkt klar machen. Bei Schlägereien unter Soldaten greifen gumbultaru erst hart durch, sobald Klingen im Spiel sind. Aufseher verschaffen sich damit Autorität und Sklavenjäger wollen lebende Beute. Wachen wollen nur ein Exempel statuieren an aufmüpfigen Sklaven.

Aber sie kommen nicht nur in dunklen Gassen zum Einsatz, sondern auch im Feld. Einhändige benutzt man sie vorallem zusammen mit Schilden oder Bucklern, weil dank der Kopflastigkeit das Abwehren damit schwer ist. Beidhändige werden ebenfalls gerne geführt. Sie kommen selten im Zentrum der Schlacht zum Einsatz, wo die Lanzen vorherrschen. Hier werden sie nur gezückt, wenn es zum Handgemenge kommt. In offenem Gelände, in Gassen und beim Sturm auf Festungen nutzt man sie oft. Gerade zweihändige Waffen, egal ob Stangenkeule oder Kolben, sind hierbei beliebte Waffen. Klingen scheitern an Panzerplatten und Lamellaren, Wuchtwaffen hingegen verbeulen den Stahl und brechen auch Knochen darunter, ohne oberflächlichen Schaden anzurichten. Der letzte große Vorteil, neben der günstigen Herstellung, ist die Tatsache, dass man die Waffen nicht pflegen muss. Ist ein Schwert einmal stumpf, so ist es nicht mehr als eine viel zu leichte Stahlstange, die wenig anrichtet, außer man trifft gut am Kopf. Ein Streitkolben kann jeder Zeit gezogen werden, um einen Schädel einzudreschen. Er braucht keinen Schleifstein.

Techniken

Zugegebenermaßen bieten einhändige Wuchtwaffen nicht viele Möglichkeiten. Man kann sie schlecht zur Verteidigung nutzen, meist kommen sie mit Buckler und Schild zum Einsatz. Ansonsten gibt es nicht viel zu beachten. Man kann einfache Finten setzen und sollte nicht zu nah an den Feind heran, wenn dieser eine Klinge hat. Zweihandwaffen bieten schon mehr Möglichkeiten. Ihr Einsatz hat einige Gemeinsamkeiten zum Kampf mit dem Dornenschinder. Man kann sie hinten packen und weite Schwünge führen oder sie breit greifen und kurze Schläge führen. Gerade Stangenkeulen haben oft am unteren Ende einen Dorn, aber es reicht auch dem Gegenüber einfach nur den stumpfen Keulenkopf in die Fratze zu rammen. Mit dem Schaft kann man gut parieren und auch Hebel ansetzen. In manchen Trupps gibt es Spezialisten, die feindliche Gepanzerte herauspicken. Diese tragen oft und gerne Wuchtwaffen, verbeulen dem Feind den Panzer, brechen ihm Knochen und machen ihn mürbe, ehe sie ihn zu Boden werfen und ihn mit stumpfer Gewalt totprügeln.

Wirkung

Wuchtwaffen sind panzerbrechend. Zumindest panzerbrechender. Man kann nicht erwarten, das bei einem bleibeschwerten Ast jeder Schlag Knochen brechen lässt. Wenn man hingegen eine gut gearbeitete Waffe hat, kann man damit Schlimmes anrichten. In Jugporandor gibt es viele steife Rüstungen, sei es Lamellar oder Plattenrock. An diesen scheitern Klingen und es ist schwer ihnen beizukommen. Mit ein paar guten Treffern eines Streitkolbens kann man dem Krieger allerdings die Luft nehmen, die Rippen brechen und ihn dann erledigen. Panzerhemden aus Ringen und Schuppen bieten noch weniger Schutz.

Nun fragt man sich, wieso man dann überhaupt teurere Klingen nutzt. Weil es nunmal schwer ist, mit einer Wuchtwaffe zu töten. Eine Wuchtwaffe mag Quetschungen, Prellungen und Brüche hervorrufen, aber das sind Verletzungen, die man recht gut verkraften kann. Eine offene Wunde, ein klaffender Schnitt hingegen, kann schnell zum Ausbluten führen. Um jemanden mit einer Wuchtwaffe sofort kampfunfähig machen zu wollen, muss man ihn auf den Kopf treffen (oder einen perfekten Treffer auf den Torso setzen, aber das ist schwer bei einem Gegner der sich wehrt). Mit einer Klinge kann man ihm in den Rumpf stechen, was erheblich leichter geht, Treffer am Hals und am Kopf wirken auch gut. Und auch wenn man keinen schweren Treffer setzt, so führen Schnittwunden zu schwächenden Blutungen und sind außerdem schwerer zu versorgen.

Eine Wuchtwaffe ist also ein zweischneidiges Schwert (HA!) und trotzdem hat sie ihren Platz.

stumpfe_hiebwaffen.txt · Zuletzt geändert: 2014/02/18 12:56 von najat