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Die Ragdor-Hügel

Zur Einstimmung etwas Story, dann bockelharte Fakten.

Eine Schar Throqush ushataru marschierte langsam und ohne Eile den Hang hinauf, hier in den Hügeln aus geborstenem Fels, wo der Boden kaum in der Lage war genug Frucht zu tragen um die Einheimischen zu ernähren und die Bäume selbst für jugporandorische Verhältnisse verkommen und missgebildet waren. Gajutar Rip'kar dachte bei ihrem Anblick an die mageren Leiber verkrüppelter Neugeborener, welche die Brutmeister für gewöhnlich erschlugen und den Schweinen zum Fraß vorwarfen. Es nieselte und der Himmel hing tief und bleiern, in einem hässlichen Grau. Am heutigen Morgen ging nur ein leichter Wind, doch da die Ragdor-Hügel hoch gelegen waren, stürmte es hier oft. Rip'kar sah darin den Grund für die hässlichen Bäume. Hin und wieder tauchte eine kleine Siedlung auf, bestehend aus heruntergekommenen Hütten mit zugigen Bretterwänden und löchrigen Strohdecken. So auch in diesem Fall: Auf dem Hügel den die kleine Gruppe aus Soldaten anstrebte lag ein Dorf. Nahe jenem gruben niedere Handlanger mit primitivsten Mitteln einen winzigen Acker um. Auf der anderen Seite der Ansiedlung ließ man die Ziegen und Schafe des Dorfes weiden. Sie waren offensichtlich der wertvollste Besitz, weswegen nicht nur Sklaven die Herde zusammenhielten, sondern auch einige Bewaffnete und bösartig erscheinende Hunde sie bewachten. „Wenn sie so viel Gold haben, wieso sehen sie dann so beschissen armselig aus?“ fragte frischer ushatar verwirrt, als er für einen Moment inne hielt und sich, auf seine Lanze gestützt, umsah. Rip'kar konnte die Frage beantworten, denn im Gegensatz zu jenem ushatar war er kein dummer Arbeiter, der durch ein natürliches Talent für Gewalt in die Ränge der zagstauntaru gerutscht war, sondern ein alter Veteran, ein geborener ushatar, der im heiligen Tru'Mal selbst das Licht der Welt erblickt hatte und wohl mitunter zu den gerissensten Kreaturen gehörte, die je eine Brüterin aus ihrem Leib gepresst hatte. Selbst für einen Skirzgum'hai war er aussergewöhnlich klug und er konnte sogar die Schrift der Menschen lesen. In den Geschichten waren die klügsten immer die schwächlichsten, Rip'kar hingegen hatte einen drahtigen Leib, konnte ausdauernd laufen, war ein guter Schwertkämpfer und ein noch besserer Bogenschütze. Manchmal dachte er gerne an einen gewissen Naan zurück, mit dem er in seiner Jugend gedient hatte. Naan hatte ihn immer gehasst, denn jener war auch klug, aber schwächlich. „Vielleicht verstecken sie es?“ mutmaßte ein anderer Trottel. Manchmal hasste Rip'kar die anderen Schwarzblüter für ihre Dummheit, auf der anderen Seite hingegen machte das sein Leben leichter, indem er sie gegeneinander ausspielte. „HIer gibt's doch gar kein Gold.“ warf Ang'kar ein, ein etwas älterer Krieger, der dabei zu Rip'kar schielte, als wolle er sich von jenem eine Bestätigung holen. Der Skirzgum nickte. Ang'kar mochte er wirklich, denn er hatte ihm schon einmal den Arsch in einer tobenden Schlacht gerettet und respektierte seine Intelligenz zutiefst, auf eine debile Art und Weise. „Maul halten!“ fauchte der mau'rung'kar weiter vorne. Vor dem Dorf versammelten sich mittlerweile einige der Einwohner, allesamt Slaitul'hai. Manch einer war bewaffnet und einer von ihnen sah nicht ganz so heruntergekommen aus, wie der Rest. Die Gruppen begrüßten sich. Es herrschte eine unterschwellige Anspannung. „Wir kommen um unseren Tribut abzuholen!“ der mau'rung'kar kam direkt zur Sache. Der Dorfführer buckelte leicht:„Goth, wir können kein Vieh entbehren. Die Sippe der Rotfänge hat uns vor keinem Mond überfallen und viel geraubt. Wir brauchen das Vieh, sonst gibt es nicht genug…“ „Mir egal. Ich habe Befehle.“ „Aber…“ „Ihr dürft hier siedeln.“ die Stimme des mau'rung'kar wurde messerscharf:„Wir erlauben euch hier zu siedeln - und unser Gold zu nehmen! Dafür müsst ihr nur ein paar schäbige Tribute entrichten? Und nicht einmal das wollt ihr madigen Halsabschneider. Soll ich es dem maubûrdan melden?“ „Narku! Narku!“ der Dorfälteste jaulte förmlich auf und Rip'kar bemerkte, wie sehr er den mau'rung'kar hasste, dafür dass er sich vor seinen eigenen Leuten demütigen musste:„Oh gütiger Meister, Vieh kann ich euch keines geben. Aber ihr erhaltet dafür Jünglinge als Ausgleich.“ „Na gut.“ der Blick des Befehlshabers fiel auf einen Stapel aus geraden Eschenstämmen, der in der Nähe in einem Unterstand lag:„Die will ich auch.“ „Goth, die haben wir für Lanzen geschlagen, damit wir uns gegen die Rotfänge verteidigen können.“ „Keine Sorge, um die kümmern wir uns. Ihr siedelt auf den Ragdor-Hügeln - ihr steht in unserem Schutz.“ So nahmen sie einige Jünglinge mit, die Hälfte suchten sie aus, die andere der Dorfherr, und auch das Eschenholz. Anstatt nach Süden, woher sie gekommen waren, zogen sie weiter nach Nordwesten. „Ist es so klug, den Rotfängen noch weitere Leute zu nehmen? Ihren Tribut haben sie doch schon entrichtet. Und sie hausen näher an der Grenze zu den Weichhäuten.“ warf ein besorgter Jüngling ein. Der Befehlshaber schlug ihm pflichtbewusst ins Gesicht, um ihn daran zu erinnern, dass er kein Recht hatte seinen Befehlshaber zu hinterfragen. Rip'kar wusste, die Rotfänge waren dem mau'rung'kar egal. Er wollte nur einige Rekruten mehr zum maubûrdan zurück bringen, um vor jenem gut dazustehen. Ihn kümmerten die Sippen nicht, die nun hier auf kargem Fels hausten. Sie taten ihren Zweck, führten ein armseliges, schreckliches Leben - aber daran waren sie selbst Schuld, immerhin waren sie auf die List der Throqush hereingefallen.

Gold und Stein, die Ragdorhügel

Die Ragdor-Hügel liegen einige Tagesmärsche nördlich der Hauptstadt Grugulum, nahe dem Streiper und auch der Phönixpforte, jener Grenzfestung der Menschen, die über die einzige Steinbrücke der Gegend wacht. Früher gehörte es, genauso wie Grugulum zur Mark der Grünen Weide, doch das ist viele Sommer her. Die Ragdor-Hügel unterscheiden sich stark von der sonst so fruchtbaren und guten Gegend: Der Boden ist schlecht und lange Zeit lebten auf den Hügeln aus geborstenem Fels wenige. Stetig fegt der Wind über die Hügel. Die Kombination aus schlechtem Land und Nähe zu den Menschen machte die Ragdor-Hügel lange Zeit zu einem kaum besiedelten Gebiet, auf dem wahrhaftig nur die schwächsten Sippen und heruntergekommensten Räuberbanden hausten. Dies änderte sich, als sich die nördlichen Throqush in der Gegend ausgebreitet haben. Der mittlerweile verstorbene Bol'shak Toral heckte kurz vor seinem Tod noch einen gerissenen Plan aus, der auch erfolgreich umgesetzt wurde: Man traf zwei Feinde mit einem Hieb. Toral ließ verkünden, dass in den Ragdor-Hügeln Gold gefunden wurde. Er schickte einige getarnte Leute aus, die den diversen Slaitul'hai Sippen davon berichteten. Natürlich tauchten bald die ersten Goldgierigen bei den Ragdor-Hügeln auf - Toral ließ sie töten. Auch das gehörte zum Plan. Er brachte einige weitere Goldfunde in den Umlauf und alsbald wandten sich Sippenführer an ihn, die darum baten, auf den Ragdor-Hügeln zu siedeln. Man gewährte es ihnen unter Bedingungen. So mussten sie Frieden mit anderen Slaitul'hai wahren, den Throqush gehorchen, regelmäßig Rekruten für jene Stellen und auch Abgaben und zuletzt natürlich gegen die Weichhäute kämpfen. Eine ganze Anzahl aus Sippen und Banden folgte dem Aufruf und entlasteten somit andere Gebiete, wo sie sich sonst um die Ressourcen schlagen würden. Dies war das zweite Problem, das Toral damit löste. Er erschuf den Throqush eine Barriere zu den Menschen, sparte damit eigene Krieger, band eine Art Vasall an sich und entschärfte die Konflikte in anderen Regionen. Als Vormacht im nördlichen Jugporandor spielen sich die Throqush westlich des Helströms als großer Herr auf und so können sie zwar vielen Slaitul'hai Befehle geben - auf der anderen Seite müssen sie aber auch Konflikte klein halten, um Überläufer zu Shaljor zu vermeiden. Toral und die Throqush freuten sich - die neuen Siedler hingegen verfluchten sie. Das karge Land hielt kein Gold in seinen Tiefen verborgen. Es ist ein schrecklicher Ort um dort zu Leben, doch ein Abwandern ist kaum möglich und so sind sie gezwungen von mickrigen Ernten zu leben, hin und wieder Gefechte mit Menschen und anderen Slaitul'hai zu führen und ein armseliges Leben zu ertragen. Man könnte glatt meinen, dass es eine Erleichteurng für all jene Rekruten ist, die von diesem Ort entrissen werden, um ushataru zu werden. In den Hügeln gibt es, wie bereits erwähnt einige alte Sippen, aber auch Banden, die sich erst mit der Zeit zu festen Zusammenschlüssen etabliert haben. So auch die Grubenhunde und Rotfänge - um nur zwei Beispiele zu nennen - beide Sippen bekamen ihre Namen aber erst nach ihrer Umsiedelung. Beide Sippennamen sind auf ihre Gier zurückzuführen, da die Grubenhunde nahezu den ganzen Tag unter der Erde verbrachten und nur wenige von ihnen beim Jagen oder anderer Beschaffung von Nahrung gesehen wurden. Den Rotfängen hingegen wurde nachgesagt, dass sie sich die Klauen an den Felswänden blutig schaben, wenn ihnen mal das Werkzeug ausgeht, da sie unbedingt das Gold finden wollen, das sich dort befindet. Tatsächlich wurde Gold gefunden, leider aber nur in geringen Mengen, welches aber zu größten Teilen an die Throqush abgetreten werden musste, genau wie diverse Mitglieder der Sippen, die beim Tauschhandel oftmals als neue Rekruten an die Throqush gingen um dort zu Zagstauntaar zu werden - wie auch ein gewisser junger Ork namens Asht'thos.

ragdorhuegel.txt · Zuletzt geändert: 2014/03/04 23:00 von zoshakan