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Kriegsführung

Dieser Artikel behandelt eines der grundlegendsten diplomatischen Mittel orkischer Diplomatie: Den Krieg. Hierbei soll auf den Krieg auf strategischer Ebene eingegangen werden, genauso wie auf Hintergründe wie Ziele, Kriegsgründe, Unterscheidung verschiedener Arten und Logistik.

Kriegsgründe

Dem orkischen Denken nach ist Gewalt ein legitimes Mittel Besitz an sich zu reißen. Dies wird nur in bestehenden Gesellschaften beschränkt, um den Zusammenhalt zu gewähren. So gibt es eine Rechtssprechung innerhalb Klans und Sippen bezogen auf einzelne Individuen. Bilden mehrere Klans und Sippen Bündnisse, so wird auch dies als (zeitlich beschränkter) Verbund gesehen, wo Gewalt untereinander nicht zielführend ist. Greift allerdings eine Sippe ihren Nachbarn an um Vieh zu rauben oder Sklaven zu machen, dann ist das ebenso. Das bedeutet nicht, dass es vollkommen willkürlich getan wird, immerhin erhält man in alle Richtungen diplomatische Beziehungen und wenn man sich in alle Richtungen verhält wie eine Axt im Walde, hat man im Zweifelsfall keine Rückendeckung. Für Handelsbeziehungen ist es natürlich auch nicht zuträglich. Krieg und Gewalt ist allerdings so alltäglich, dass sich niemand darüber wundert. Dem orkischen Weltbild nach müssen die Schwachen aussortiert werden, Gruppierungen vereint, um gemeinsam die Rotblüter zu zerschlagen. Das mag ziemlich geradlinig klingen, wird aber von interner Machtgier und Streitereien abgebremst.

Kriegsziele

Kriegsgründe gegenüber Rotblüter sind einfach: Sie sind religionsbedingt der Feind und müssen zerschlagen werden. Die Schwarzblüter versuchen Rotblüter zu töten, wie auch umgekehrt. Das war schon immer so und wird immer so sein. Verhandlungen gibt es eher selten. Gegen andere Orks haben Kriege hingegen 'handfeste' Gründe und Ziele, so zum Beispiel das Aneignen von Ländereien, strategisch wichtiger Positionen wie Befestigungen oder Flussübergängen, das Ausschalten politischer Feinde oder schlichtweg Raub und das Aneignen von Besitz, Sklaven und Vieh. Man ist also stets bedacht die eigene Position zu stärken, die anderer zu schwächen und wirtschaftlich selbst vorne zu bleiben. Grob einteilen kann man also Kriegsziele von Angreifern in vier Kategorien: Gebietsgewinn, Beute machen, Vertreiben und Vernichten. Als Verteidiger hat man ein einfaches Ziel: Die Abwehr des Feindes, wobei dies auf viele erdenkliche Arten gemacht werden kann und auch in die Offensive übergehen mag. Das häufigste Ziel ist eindeutig das Machen von Beute, weil es auch am Leichtesten ist. Dörfer und Festungen nehmen und halten ist eine schwere Aufgabe, genauso wie das Töten namenhafter Häuptlinge oder das Ausrotten von Aufständischen. Natürlich werden Ziele von Militäraktionen gerne kombiniert. Man kann beispielsweise eine Befestigung nehmen, um eine Ausgangsbasis für Raubzüge zu haben, um das Umland so unter Druck zu setzen, dass andere Orks abziehen.

Der Große Krieg & Kleinkrieg

Krieg wird von den Orks in zwei Teile unterschieden: Den Großen Krieg und den Kleinkrieg, wobei man der Meinung ist, dass der eine nicht ohne den anderen siegen kann. Großer Krieg wird allgemein schweren Truppen zugesprochen, Kleinkrieg den Leichten. Als Großkrieg bezeichnet man alle Aktionen von größeren Truppenkörpern, die eben darauf aus sind 'schwere' Aufgaben zu übernehmen, wie Widerstand zu zerschlagen oder Befestigungen zu nehmen. Der große Krieg bringt den Sieg, während der Kleinkrieg den Sieg möglich macht und ausnutzbar macht. Kleinkrieg sind alle möglichen Vorgeplänkel, die zum Beispiel der eigenen Armee einen Vorteil gegenüber dem Feind bringen, genauso das Plündern von Gebieten und Besorgen von Vorräten oder das Attackieren von Nachschubslinien. Ist eine Schlacht von den schweren Truppen gewonnen, so ist es an den Leichten den Feind zu verfolgen und dafür zu sorgen, dass man den Sieg ausnutzen kann.

Epische Schlachten? Von wegen!

Von epischen Schlachten mit wehenden Bannern und zehntausenden von Kriegern träumen Jünglinge und Narren. Echter Krieg sieht ganz anders aus. Meist handelt es sich wirklich nur um Kleinkrieg: Man will den Feind wirtschaftlich schädigen und dort treffen, wo er sich nicht wehren kann. Zeitgleich geht davon kein Klan unter, also ist der Große Krieg nicht weniger wichtig. Zu Feldschlachten kommt es eher selten: Feldschlachten sind gefährlich, man kann eine ganze Armee verlieren oder sie wird komplett verkrüppelt und was hat man außer einem Haufen toter Feinde? Viel häufiger marschiert man auf feste Punkte, um diese zu nehmen und hierbei kommt es zu brutalen Kämpfen. Plünderungen und Angriffe auf feste Punkte machen den Großteil der Kriegsführung aus. Dabei sind die Befehlshaber stets darauf bedacht ihre eigene Armee zu schonen, denn was bringt ein Sieg, wenn der Nachbar mitbekommt, wie geschwächt man ist und selbst einfällt? Die meisten Feldherren scheuen sich also in unsichere Kämpfe zu gehen. Oft manövriert man lange herum, wenn der Feind ähnlich stark ist, um sich selbst in eine bessere Position zu bringen, oder ihn zu einer Schlacht in unvorteilhafter Lage zu bringen, zum Beispiel indem man ihm die Nachschübe abschneidet oder eine wichtige Stätte bedroht.

Versorgung der Streitkräfte

Armeen marschieren auf ihren Mägen. Schon immer und man kann eine noch so gute Truppe haben, wenn sie hungert, vollbringt sie keine großen Taten. Orks haben Dank ihres Kannibalismus Vorteile in der Versorgung gegenüber Menschen, da Leichen systematisch gefressen werden. Zwei Arten der Versorgung sind gängig: Das Versorgen aus dem Land und eine Versorgung durch ein Troß. Im ersten Fall marschiert die Armee ohne Karren, was sie mobiler und schneller macht, allerdings muss man immerzu Kräfte aufbieten, Nahrung heran zu schaffen. Dies kann durch Plünderungen passieren, im eigenen Gebiet auch durch Speicher in Kastellen, auch lokalen Sippen wird Fraß auch abgekauft, statt abgenommen, da man sich selten Feinde im Rücken schaffen will. Versorgung durch ein Troß ist die zweite Alternative und ziemlich selbsterklärend: Die Armee marschiert mit einer Reihen aus Karren, vollbeladen mit Fraß und Kriegsmaterial, und auch lebendigem Vieh. Sie sind dadurch an Straßen und Wege gebunden, was ihre Bewegung einschränkt und voraussehbarer macht, zeitgleich sind sie langsamer, aber dafür haben die Krieger eine garantierte Versorgung, zumindest für eine Weile, was sie zielgebundener und zuversichtlicher macht. Die dritte Art funktioniert nur auf eigenem Gelände, wird aber gerne genutzt. Hierbei greift man auf die angelegten Vorräte von Städten und Festungen auf dem Weg zurück. Gerade Ortschaften an den großen Heerstraßen werden mit großen Speichern versehen, damit Heere auf dem Marsch davon zehren können. Dies macht die Schlüsselpositionen noch wichtiger, hat aber viele Vorteile: Ein Heer kann sich aus den Speichern ernähren, braucht keinen Troß und auch keine Krieger zum Plündern entbehren.

Heeresgrößen und -zusammensetzung

Ein Heer kann vieles sein, eine Horde von fünfzig Plünderern, die in den Wäldern hausen oder eine organisierte Streitmacht von zehntausend Mann. Letzteres passiert selten. Die meisten Armeen bestehen aus einigen maubûru oder Stammesaufgeboten mit einer Maximalgröße von tausend Kriegern. Mit diesen Armeen widmet man sich dem kleinen Krieg genauso wie dem großen. Oftmals sind Heere eine heterogene Zusammensetzung, keine einheitliche Masse. Konflikte bestehen zumeist aus mehr als zwei Parteien und so sind es Bündnisarmeen oder zumindest Streitmächter unterstützt durch Verbündete. Gerade große Klans ziehen gerne lokale Sippen heran, die natürlich machtpolitische Interessen haben. Ja selbst die Heere eines Klans können untereinander aufgeteilt sein, zum Beispiel wenn ein Teil von der Inrasal Dijupor, ein anderer von der Rhûn Dijupor kommt und die Miliz zudem einem eigentlich zivilen Aufseher unterstellt ist. Diese Zusammensetzung macht die Kriegsführung immer auch zu einem diplomatischen Akt. Zum Beispiel können zwei Truppen unter Anführern ins Feld ziehen, welche um den selben Posten ringen und da jeder den anderen gerne versagen sehen würde, kommt der entlastende Flankenangriff eben nicht oder erst zu spät.

kriegsfuehrung.txt · Zuletzt geändert: 2014/03/12 07:23 von zoshakan