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geschmeiss_in_ausbildung

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geschmeiss_in_ausbildung [2019/06/12 14:25] (aktuell)
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 +====== Die Ausbildung der zagstauntaru ======
 +
 +Zum Einstieg eine kleine Geschichte. Dann wie immer harte OT-Fakten.
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 +===== Krähenfraß =====
 +
 +Fumborks Blick sprang missgünstig von Ork zu Ork. Mehr als drei Dutzend waren vor ihm aufgereiht. Ihre Fratzen waren kantig und ausgezehrt, geprägt von einem Leben voller Entbehrungen,​ manchen fehlten Krallen, sicherlich auch Zehen, Ohren, Nasen und viele trugen Brandmale oder Narben die für eine Vergangenheit in Sklaverei sprachen.
 +Fumbork blieb vor einem winzigen, braunhäutigen Kerl stehen und sah auf ihn herab. Ohne sich an seinen Gehilfen hinzuwenden,​ fragte er:"​Wer war für die Auswahl zuständig?"​
 +"​Ulkor."​ knurrte der Gehilfe. Er war ein Vertrauter Fumborks, aber um dessen Autorität nicht zu untergraben,​ hängte er eilig ein:"​goth",​ an.
 +"Ulkor hat keine Ahnung von Rekruten. Dämlicher Bastard. Ein Fehler ihm den Posten zu geben. Der gehört wieder in eine Kriegerrotte."​
 +Fumbork war schon seit Jahren Ausbilder. Ein Streitkolbenschlag aufs Knie hatte ihm ein steifes Bein verschafft und da er zu dieser Zeit bereits ein angesehener gajutar gewesen war, wurde ihm der Posten zugestanden. Im Nachhinein war es wohl die glücklichste Wunde, die ihm passieren konnte, denn hier im Ausbildungslager konnte er seine Pflicht erfüllen, bekam gutes zuurd, hatte sogar ein Prunkweibchen und lebte vor Allem sicher. Im Winter hatte er stets einen warmen Schlafplatz und einen vollen Wanst.
 +Ulkor hingegen war in Grugûlum für das Beschaffen der Neulinge zuständig. ​
 +"Woher stammst du?" fragte Fumbork die winzige Halbwelpe. Dieser hatte die Ohren gesenkt, die Augen weit aufgerissen und stank nach Angst:"​Ich bin ein Throqush."​
 +Fumbork hatte die Antwort erwartet und klatschte ihm die Klaue durchs Gesicht:"​Von welcher verfluchten Sippe von Ziegenstoßern stammst du, Wurm?"
 +"​Steinlebern,​ goth." quiekte es. Fumbork spuckte aus. Steinlebern waren eine Sippe die von der Viehhaltung lebte und wie jeder gute Ausbilder wusste, waren Abkömmlinge solcher Sippen nicht für den Dienst im schweren Fußvolk geeignet. Die Begründung war einfach wie logisch: Sippen die von Vieh lebten, konnten bei Bedrohungen in die Wälder fliehen, dafür lag ihnen das Überfallen anderer im Blut. Also waren sie für die Leichtfüße am besten geeignet. Stämme die hingegen Ackerbau betrieben mussten das Angebaute bis zur Ernte verteidigen,​ sie brachten - so glaubte man zumindest - standhafte und zähe Krieger hervor, bestens geeignet für den Dienst im Kriegshaufen.
 +Fumbork war verwundert, wie schnell der Jüngling von seiner wahren Herkunft sprach. Für gewöhnlich waren die gefolterten Kreaturen aus dem Stillen Viertel so gemartert, dass man sie lange prügeln musste, bis sie offen sprachen.
 +Ihm lag auf der Zunge zu fragen, wie viele Winter der Jüngling erlebt hatte, aber dann sah er davon ab. Zu wenige auf jedenfall. Die Jüngsten die er bekam waren sechs Sommer alt, die älteste die er gehabt hatte sechsundzwanzig. Vielleicht war der Rekrut auch älter, aber aufgrund der Unterernährung in seiner Jugend nur verkümmerter. Das kam oft vor, weswegen gezüchtete ushataru oftmals größer waren. Sie brauchten dann wiederum größere Rüstungen und sogar andere Hefte an ihren Seitenschwertern. Aber damit hatte Fumbork nichts tun: Er bekam keine der neuen, wertvollen Brutgergebnisse,​ sondern nur den Ausschuss. Zagstauntaru.
 +"Also ihr Mistkerle."​ begann er seine Ansprache:"​Für das nächste Jahr werdet ihr lernen, was es heißt ein Krieger zu sein. Throqush seid ihr schon, so sehr wie jeder ushatar, aber jetzt werdet ihr lernen, was es heißt für den Klan zu kämpfen."​ Er log. Vorbildlich. Ein Teil der Rekruten waren sicherlich geborene Throqush, aber sie stammten aus den Schichten der Arbeiter oder gar Sklaven, die Glücklicheren waren ehemalige Milizen. Auf sie alle hatten die richtigen Krieger für Jahre herab gesehen und würden es auch weiterhin tun. Ushataru waren stolz und er konnte so lange Geschichten erzählen wie er wollte, man würde die zagstauntaru nicht einfach so akzeptieren. Die Fähigen vielleicht, für den Rest sah er schwarz. Aber das tat er auch so:"​Ihr werdet lernen mit der Lanze umzugehen und zu kämpfen. Wir werden marschieren,​ bis eure Füße bluten. Ich werde euch zeigen, was es heißt ein Krieger zu sein!"
 +Die Realität sah anders aus. Als Rekrut wurde man nach wenigen Stunden Schlaf aus der kargen Schlafstätte gebrüllt, um dann mit Holzstäben aufeinander einzudreschen. Dann durften sie Formationen üben, bis zum Mittag, worauf eines der wenigen erfreulichen Ereignisse am Tag folgte: Das Essen. Fumbork wusste wie viel Kraft ein Krieger brauchte. Mit halbverhungerten Gestalten konnte man kein Reich erhalten und erweitern, also ließ er einige Verbindungen spielen, um zusätzliche Rationen zu erhalten. Doch all das war nicht die Quintessenz der Sache, weder das Marschieren,​ noch das Manövern und auch nicht, wenn sie lernten wie man die Ausrüstung in Schuss hielt und ein Zeltlager errichtete. Der Kern der gesamten Ausbildung war es, den Rekruten die richtige Geisteshaltung beizubringen. Ein Ork konnte noch so geübt mit dem Spieß sein, es brachte nichts, wenn er nicht den unbedingten Drang hatte, damit die Reihen der Feinde zu durchbrechen. Hass, Stolz, Klantreue, Ehrgeiz, all das waren Möglichkeiten aus Gesindel Krieger zu machen. Manche hatten sicherlich den Ehrgeiz, denn sie hatten schon als Soldaten gekämpft und waren über die Kriegsgefangenschaft in die Sklaverei geraten. Solchen Kerlen musste Fumbork vor Allem Loyalität beibringen. Aufgestiegene Arbeiter und Milizen waren oft auch motiviert, denn sie sahen die Möglichkeit auf ein gutes Leben, aber sie waren zumeist nicht im Denken aufgewachsen,​ zu einer kriegerischen Elite zu gehören. Man hatte ihnen ein Leben lang eingeprügelt zu gehorchen und zu spuren, niemals sich selbst zu übertreffen,​ es sei denn um Strafe zu entgehen.
 +Fumbork hatte keine leichte Aufgabe, aber manchmal hörte er Geschichten von Einheiten, die sich großteils aus seinen Rekruten zusammen setzten und was für Taten sie vollbracht hatten. Wenn sie stoisch im Winter froren, im Sommer schwitzten, im Pfeilhagel die Formation hielten und die Bresche stürmten, wobei die Hälfte nicht heil davon kommen würde, dann wusste er, dass er gute Soldaten ausgebildet hatte.
 +Sein Gehilfe fragte von der Seite:"​Wollen wir uns an das Zuteilen der Waffen machen?"​
 +Fumbork schüttelte nur den Kopf:"​Hashatu für alle."
 +Der gewöhnliche Lanzenträger musste immerzu die Last des Krieges am schwersten tragen. Man konnte nie genug davon haben.
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 +===== Ausbildung bei den Throqush =====
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 +Seitdem das neue Reich besteht, also etwa seit 9 Jahren wird auch wieder ausgebildet. Doch die Zeiten haben sich geändert. Über Jahre hinweg gab es keinen Nachschub an gezüchteten,​ von kleinauf ausgebildeten ushataru. Die ersten der neuen geborenen ushataru, die im ersten und zweiten Jahr nach dem Untergang gezeugt wurden und nun 7 bis 8 sind, wurden allerdings nach alter Manier von kleinauf als Throqush-Soldat erzogen. Dementsprechend elitär werden sie heute gehandhabt, obwohl sie allesamt noch Narbenlose sind. Es gibt schon mehrere Wellen von [[slaitul_hai|slaitul'​hai]],​ die im Welpenalter ihren Sippen abgekauft wurden und ebenfalls seit kleinauf als Krieger ausgebildet werden. Man erhofft sich große Dinge von ihnen, aber manche sehen auf sie herab, weil sie keine Bluts-Throqush sind.
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 +Aber das ist nur ein Bruchteil. Der Großteil sind [[zagstauntar|zagstauntaru]],​ die im besten Fall für ein Jahr ausgebildet werden. Ausbildungslager liegen in der Nähe von Grugûlum, Jugolugh und Vorautgund, wobei Vorautgund für sein schweres Fußvolk berühmt ist und Jugolugh für seine Schützen (reine Schützeneinheiten sind allerdings sehr selten).
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 +[[slaitul_hai|Slaitul'​hai]] Rekruten ab einem gewissen Alter kommen automatisch zuerst nach Grugûlum ins [[zagstauntar|Stille Viertel]], wo sie gebrochen und zermartert werden, bis sie alles glauben was man ihnen sagt. Dann werden sie den Ausbildungslagern zugeteilt. Für den Marsch zum Lager und zu den späteren Bestimmungsorten gibt es Einheiten gewöhnlicher ushataru, die dies beaufsichtigen;​ sozusagen im Fronturlaub.
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 +Andere Rekruten kommen aus den Aufzuchtstätten (wie Brutstätten in allen großen Städten gelegen), während rekrutierte Arbeiter und Milizen meist direkt aus den Arbeiterlagern geschickt werden. Sie sind (offiziell) Throqush und daher unterzieht man sie keiner Folter mehr. Die Ausbilder sind kriegserfahrene Veteranen, die meist aufgrund ihres Talents, einer sie untauglich machenden Verstümmlung oder guter Beziehungen vor Ort sind. Sie kümmern sich mit einigen Gehilfen und Aufsehern um die Instruktion der Neulinge.
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 +Die Rekruten werden in Hütten untergebracht. Für Vergehen (vor allem Desertion) wird nicht der Einzelne bestraft, sondern die gesamte Truppe. Planmäßig werden die Rekruten später derselben Einheit zugeteilt, um einen entstehenden Korpsgeist zu nutzen. Praktisch gesehen werden die Gruppen aber oft zerrissen, vor allem um bei angeschlagenen Einheiten Lücken zu stopfen. Bereits im Voraus steht fest, für was die Rekruten eingeteilt werden, sei es Leichtfüße oder Dreckschläfer. Andere speziellere Einheiten wie Schützenverbände,​ Reiter, Gepanzerte oder gar Stoßtruppen werden meist aus erfahrenen Kriegern zusammengezogen.
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 +Es gibt eine ganze Anzahl von Theorien und Aberglauben,​ die Ausbilder (und auch spätere Offiziere) bedenken. Sei es wie oben die Lebensart des ehemaligen Stammes oder, wie andere sagen, dass Welpen, die im Winter geworfen wurden, härter sind und sich darum besser für die Schweren eignen, weil ihr Lebensbeginn abhärtender war. Genauso wird dann auch vertreten, Sommerbruten seien heißblütiger und eher für den Kleinkrieg geeignet. ​
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 +Gleich zu Beginn wird sortiert. Wie so oft gibt es keine festen Erlässe, aber viele Bräuche. Manche halten große bullige Krieger für die besseren Schildträger,​ manche kleine kräftige. Tatsache ist, dass der Großteil mit dem Schwerpunkt auf der Lanze ausgebildet wird. Bogenschützen sind wertvolle Spezialisten,​ weshalb anfangs oft Wettbewerbe veranstaltet werden, um zu testen, ob sich jemand dafür eignet. Entgegen irrtümlichem Glauben müssen Bogenschützen außerordentlich kräftig sein, denn schwache Jagdbögen, wie sie [[skirzgum_hai|skirzgum'​hai]] nutzen, bringen nichts gegen Gewappnete. ​
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 +Neben dem Waffenhandwerk wird den Rekruten gezeigt, wie man gute Stellen zum Lagern heraussucht,​ schanzt, die Ausrüstung in Stand hält usw.. Außerdem wird ihnen die Rangfolge der Armee beigebracht. Bei den Waffenübungen wird vorallem darauf Wert gelegt aggressiv vorzugehen. Ein altes Sprichwort heißt "Vom Abwehren ist noch kein Feind gestorben"​. Man will den Feind brechen, wenn dabei der ein oder andere [[zagstauntar|zagstauntar]] fällt, ist das weniger wild. Je nach Ausbilder und nach späterer Bestimmung kommen verschiedene '​Stile'​ zum Einsatz. Vorautgunder kämpfen anders als Orks aus Jugolugh. Leichtfüße agieren agiler und offener, während gewöhnlichen Soldaten beigebracht wird, die Ordnung zu halten und darin unnachgiebig vorzugehen. ​
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 +Kern der Ausbildung ist allerdings die geistige Haltung, um aus Sklaven hasserfüllte Krieger zu machen, mit einem unerschütterlichen Selbstvertrauen. Wie dies die Ausbilder vollbringen,​ unterscheidet sich markant. An indoktrinierte [[slaitul_hai|slaitul'​hai]] muss man anders heran gehen wie an aufgestiegene Milizen. Man versucht einerseits den Obrigkeitsgehorsam zu heben, zeitgleich dem kommenden Krieger aber zu Mut und Verwegenheit zu erziehen. Die Sitten sind rau und manchmal überleben die Rekruten Mutproben nicht oder ein Holzprügel zertrümmert im Übungskampf einen Schädel.
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 +Zag staunt - vier Jahreszeiten. So lange soll die Kriegerausbildung es sein, aber häufig ist es gerade einmal die Hälfte, denn wenn die Verluste im Krieg groß sind, braucht man schnell Ersatz. Mit der Stabilisierung der Grenzen ist das voreilige in den Krieg schicken allerdings zurück gegangen. Meist sieht man die Ausbildung nach einem Dreivierteljahr als abgeschlossen - sie bleiben bis zum vollen Jahr allerdings Rekruten, damit kein Sold gezahlt werden muss. Am Ende der Ausbildung haben die Rekruten einen Schwur auf das Jugshon zu leisten. Sie erhalten ihre Ausrüstung. Diese variiert stark nach Waffengattung,​ aber vor allem auch nach dem, was der Ausbilder vom einzelnen Rekruten hält und nach dem, was gerade zur Verfügung steht. Vielversprechende werden mit Sicherheit Steppwams, Brustpanzer und Helm bekommen, Weichlinge hingegen müssen sich mit dem abgeben, was übrig bleibt. Ob etwas übrig bleibt, ist eine andere Frage.
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