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esskultur

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esskultur [2019/06/12 14:25] (aktuell)
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 +====== Esskultur ======
  
 +Die Nahrungsquellen sind vielseitig, so dementsprechend auch das Angebot. Doch für wen? Die Unterschiede könnten markanter nicht sein, denn was ein Sklave dankbar herunterwürgt,​ frisst ein Truppenführer noch lange nicht.  ​
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 +==== Alltag ====
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 +Hier gibt es große Unterschiede,​ die sich je nach Region, Jahreszeit und Rang massiv unterscheiden können. Umso höher man ist, desto reicher wird die Auswahl.
 +Eine beliebte Phrase, wenn es um die Beschreibung eines guten Lebens geht, ist der Wunsch danach jeden Tag gutes Fleisch fressen zu können. Erstaunlicherweise ist das in den primitivsten Regionen noch am Üblichsten,​ wobei man hier das 'jeden Tag' streichen muss. Kleine Sippen mitten im Nirgendwo, die sich nur von Jagd und Viehhaltung ernähren, können sich daher viel von Fleisch ernähren. Milchprodukte und Gesammeltes kommen hinzu. Allerdings kann hier die Nahrungsversorgung auch schnell wegbrechen. Im Winter muss hart rationiert werden, oder wenn der Feind eine Herde klaut, muss man auf die spärlichen Reserven zurückgreifen. Die Ziegenpest kann aus Hungergründen sogar Kriege hervorrufen. ​
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 +Niedere [[arbeiter_und_sklaven|Sklaven]] und [[arbeiter_und_sklaven|Arbeiter]] kriegen den schlechtesten Fraß. Dies können Gedärme und schlecht schmeckende Teile beim Fleisch sein. In Gebieten, wo Landwirtschaft betrieben wird, ist es meist ein Brei aus Hülsenfrüchten oder Fladenbrot, je nach Jahreszeit ergänzt durch das, was gerade wächst und kleinere Fänge. In Grugûlum, wo die Versorgung erstklassig ist, erhält man sogar als Sklave jeden zweiten Tag Fleisch.
 +Soldaten leben, zumindest in Garnisonen, schon besser. Sie brauchen Kraft. Genauso wie Welpen und Brüterinnen werden sie bevorzugt bei der Nahrungsverteilung. Sie kriegen meistens Fleisch, aber müssen auch auf wenig Geliebtes wie Bohnenbrei zurückgreifen.
 +Ernährung von allem Niedrigen, sei es Sklave, Arbeiter, figatar, bis hin zum plakautar, ist zumeist wirklich nur Ernährung aus Überlebensgründen ohne Fokus auf Schmackhaftigkeit. Beliebt sind Eintöpfe, die den Tag über vor sich hin köcheln. Man schmeißt einfach alles hinein und lässt sich überraschen,​ was am Ende herauskommt. Andere machen derartiges mit Brei, der aus einer Mischung von Bohnen- oder Getreidestampfe und Quark besteht. ​
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 +Höhere Ränge, [[militaerische_raenge|ushataru]] und [[militaerische_raenge|gajutaru]],​ werden besser rationiert und haben hin und wieder auch Silber über, um sich etwas Ergänzendes zu leisten. Bei nahen [[slaitul_hai|slaitul'​hai]] erwirbt man sich etwas Wild oder man kauft dem chronisch verschuldeten spielsüchtigen Kameraden seine halbe Ration ab. 
 +Welpen und trächtige Brüterinnen bekommen gut und viel zu essen. Ein Sklave oder ein Soldat kann schon ein paar Tage hungern, ohne dass er Schäden davon trägt, aber wenn eine Welpe unterversorgt ist, wird sie kümmerlich und sie sind immerhin die Zukunft des Klans. Die Unterschiede in der Versorgungslage machen sich hier regional stark bemerkbar. Slaitul'​hai die in schwachen Sippen aufgewachsen sind, werden oft merklich kleiner, während gezüchtete Klansoldaten gut gedeihen, da sie gut gefüttert wurden. Schwertgriffe von Letzteren beispielsweise,​ sind für viel größere Klauen gemacht.
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 +[[militaerische_raenge|Gumbultaru]] leben fürstlich. Sie haben die Auswahl, lehnen gewisses Essen ab und können sich heraussuchen,​ was ihnen schmeckt. ​
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 +==== Kannibalismus ====
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 +Kannibalismus wird aus kultischen und pragmatischen Gründen betrieben. Orkfleisch schmeckt schrecklich. Es ist zäh und hat einen Nachgeschmack,​ ähnlich wie Wildschwein,​ nur weitaus stärker und vor Allem unangenehmer. Darum ist Orkfleisch auch nicht sonderlich beliebt, aber Schwarzblüter sind sehr pragmatisch und es wäre eine Schande gutes Fleisch verkommen zu lassen.
 +Wie man sich sicher denken kann, wird Orkfleisch als Nahrung gering im Wert geschätzt. Wenn man nicht einen gewissen Rang erreicht hat, wird man gefressen. Orks sehen nichts Schlimmes darin einen verstorbenen Bekannten zu fressen oder sich im Lazarett bei den abgetrennten Gliedmaßen zu bedienen.
 +Aus kultischen Gründen werden nur gewisse Körperteile in Zeremonien gefressen. Bei den Throqush ist dies vor Allem das Gehirn. Wer das Gehirn eines anderen frisst soll einen Teil dessen Stärke und Wissen aufnehmen. Nur die Gehirne angesehener Individuen werden gefressen. Dies ist nur vollwertigen Kriegern oder Höheren erlaubt.
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 +==== Im Feld====
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 +Führen Menschen Krieg so geht nur ein Bruchteil der Toten auf Kampfhandlungen zurück. Viel mehr sterben an Krankheit und Hunger. Dieses Problem ist  bei orkischen Armeen wesentlich kleiner. Sie widerstehen Krankheiten besser, Dank ihrer natürlichen Zähigkeit und ihr Kannibalismus verhindert viele Hungertote. Natürlich essen auch Menschen im Notfall einander, zum Beispiel bei Belagerungen,​ aber dies ist zum einen ein Sakrileg und wird außerdem nicht systematisch vollführt. Wenn eine Orkarmee ins Feld zieht und Kämpfe übersteht, werden danach die Gefallenen beider Seiten nicht nur ausgeplündert,​ sondern zu Fraß verarbeitet. ​
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 +Für den Feldzug haben Soldaten eine Art Trockeneintopf. Es sind Ballen aus getrocknetem Teig oder Bohnenbrei, dazu kommt Räucherfleisch. Dies kann abends einfach im eigenen Helm oder in einem Topf mit etwas Wasser gekocht und gefressen werden. Dieser sogenannte //jan// ist lange haltbar. Gibt es also Frischfleisch wird zuerst dieses vertilgt, dann auf den //jan// zurück gegriffen.
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 +Im eigenen Gebiet sind oft Speicher verteilt, an allen größeren Siedlungen. Vorbeiziehende Heere können also davon zehren. Im Feindesland wird gnadenlos geplündert und auch Karren mit Vorräten mitgeführt. Beides macht die Heere langsam, denn sowohl das Ausschicken von Marodeuren verzögert das Vorrücken, als auch die Straßengebundenheit und Geschwindigkeit von murtarg-Karren. Ist also ein Eilmarsch angesagt, wird beides zurück gelassen und die Krieger eilen mit ein paar in Leinentücher gewickelte Rationen //jan// durch die Gegend. Beliebt ist auch Trockenfleisch,​ weil es leicht ist und viel Kraft bringt. ​
 +==== Festgelage ====
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 +An hohen Festgelagen nehmen in aller Regel nur gumbultaru Teil. Manchmal haben auch auserwählte Krieger das Glück. Solche Festgelage sind nicht nur ein übermäßiges Fressen und Saufen, sondern auch ein Prahlen, eine Zurschaustellung des eigenen Reichtums. Zu allen großen Festtagen gibt es solche Gelage, hin und wieder gibt es sie auch nach oder vor (bei besonders optimistischen Befehlshabern) Feldzügen, wenn einem gumbultar starke Welpen geworfen wurden oder einfach aus Lust und Laune. ​
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 +Man mag es kaum glauben, aber auch eine orkische Feier ist nicht nur ein blindes In-Sich-Hineinstopfen,​ sondern folgt einem System: Man will den Magen restlos füllen. Dazu stelle man sich einen Eimer vor, den man restlos füllen will. Zuerst schmeißt man große Felsbrocken hinein, dann kleinere Stein, dann feinen Kies und zu guter letzt Sand. 
 +So werden auch die Speisen aufgetragen. Zuerst kommen Essen die als große Brocken kommen, Braten. Dann kommt ein weiterer Gang, mit gebratenen Fleischfetzen oder Eintöpfen, die kleinere Fleischbrocken enthalten. Wichtig ist, dass bei Festgelagen mit jedem Gang Fleisch serviert wird. Fleisch steht für Reichtum, es wird als hochwertigstes Essen angesehen. Dann kommen Fleischstreifen und Wurst und zu guter letzt eine (Fleisch)brühe. Natürlich besteht das Essen nicht bloß aus Fleisch. Dazu wird Brei und Fladenbrot serviert, Käse und fettiger gewürzter Quark.  ​
 +Jeder hat seine Schüssel und man frisst von großen Holzbrettern,​ auf denen das Fressen hereingewuchtet wird oder aus Töpfen. Besteck gibt es nicht, bis auf das Messer.
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 +Auch die Getränke folgen einem festen System: Man beginnt mit dem Härtesten und wird dann kontuinierlich schwächer. So kommt zuerst ein Schnaps, der bei regelmäßigem Konsum mit Sicherheit blind macht. Dann folgt gewöhnlicher Schnaps, dann verdünnter und zu guter letzt Bier. 
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 +Gerade militärische gumbultaru haben als dritten Gang gerne //jan// und verdünnten Schnaps, weil das geläufiges Soldatenessen ist. Beides schmeckt nicht besonders gut, aber es zeigt ihre Herkunft. ​
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 +Einige Speisen sind besonders beliebt bei Festgelagen:​
 +  * Wild, in wildarmen Gebieten
 +  * Fisch, fernab vom Wasser. Orks betreiben sowieso kaum Fischfang und somit ist es eine teure Sache
 +  * Geflügel & Eierspeisen,​ weil man sich so gut wie kein Geflügel hält
 +  * trächtige Tiere, die zubereitet werden und samt ihrer Embryos gefressen werden. Dies soll Stärke bringen
 +  * Tiere die lebendig zubereitet wurden und erst im Laufe der Zubereitung sterben. Dies soll Zäh machen
 +  * besonders gefährliche oder nahezu ausgestorbene Tiere, ganz einfach weil es Reichtum zeigt
esskultur.txt · Zuletzt geändert: 2019/06/12 14:25 (Externe Bearbeitung)