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Bögen, Bogenschützen und Bogenschießkunst

In Jugporandor werden zwei Arten von Bögen hergestellt, einen dritter gibt es, aber er ist sehr selten im Umlauf. Hergestellt und primär genutzt werden Hornbögen und Holzbögen, der letzte ist der Langbogen.

Hornbögen

Hornbögen sind in erster Linie Kriegswaffen. Es sind Kompositbögen, die eigentlich aus Horn und Knochen bestehen. Die Herstellung ist aufwändig und dauert Jahre, weswegen sie dem Wert eines guten Krummschwertes entsprechen – keine billige Fußvolkausstattung. Dementsprechend sind sie seltener und werden auch nur an die besten Schützen ausgegeben. Um sie zu spannen benötigt es einiges an Kraft. Das Klischee des schwächlichen Schützen gilt hierbei also nicht. So gesehen gibt es keine 'starken' Bögen. Es gibt nur Bögen, die auf hohe Kraft ausgelegt sind und dementsprechend nur von starken Schützen gespannt werden können. Somit können sie auch eine größere Kraft wiedergeben und entwickeln. Hornbögen nutzen schwere, dicke Pfeile, die ihnen mehr Durchschlag verleihen. Sie sind mit Hornnocken besetzt, damit die Kraft der Sehne den Pfeil nicht spaltet. Kriegspfeile gegen ungerüstete Feinde sind gewöhnlich und breit und mit Wachs auf der Spitze befestigt. Dadurch sind sie nicht wiederverwendbar und bleiben im Körper des Feindes stecken.

Panzerbrechende Pfeile haben vierkantige Spitzen, außerdem gibt es extra Geschosse gegen Ringhemden, die allerdings selten sind, weil ebenso Ringhemden selten sind, außer im Südosten. Diese sind nagelartig und mit Widerhaken versehen, die vorne in den Schaft gesteckt sind. Sie sollen Ringhemden nicht durchschlagen, sondern umgehen, da die Spitze so klein ist, dass sie durch die Ringe passt.

Hornbögen haben eine Reichweite von rund zweihundert Schritten. Natürlich könnte man im hohen Bogen weiter schießen. In der Kernschussweite von dreißig Schritt haben sie eine sehr gute Durchschlagkraft, auf lange Distanz lässt die Stärke jedoch rasch nach, so dass sie selbst in Steppwämsen hängen bleiben können. Ein Beweis, dass selbst Hornbögen nicht die Stärke haben, wie ihnen Legenden nachsagen, sind genug Krieger, die ein Geschoss ins Auge bekommen und überlebt haben, weil der Pfeil nicht den Schädel durchschlug. Wie bereits erwähnt, sind sie auf nahe Distanz allerdings eine schreckliche Waffe. Von guten Lamellaren und Bänderpanzern können sie aufgehalten werden, was allerdings nicht immer der Fall ist. Oft absorbiert die Rüstung aber viel Energie, dass der Pfeil nur zu einer Fleischwunde führt. Alle schlecht Gerüsteten, sei es mit Polsterwams oder Schuppenhemd, haben jedoch ein ernsthaftes Problem.

Holzbögen

Holzbögen sind Mehrzweckwerkzeuge, einerseits Jagdwaffen, andererseits Kriegswaffen. Hierunter fallen alle leichteren Bögen, die mit weniger Kraft zu spannen sind. Sie sind günstiger in der Herstellung, haben aber auch weniger Durchschlag. Skirzgum'hai und fil'hai nutzen sie gerne, da den meisten die Kraft zum Hornbogen fehlt. Unter slaitul'hai sind sie eben verbreitet, da diese meist Jäger und Kämpfer zugleich sind. Holzbögen haben leichtere Pfeile und auch keine speziellen Spitzen. Die genutzten werden fest angebracht, um sie wieder verwenden zu können.

Holzbögen haben eine wesentlich kleinere Reichweite als Hornbögen, wobei es je nach Machart variiert, aber die Reichweite kann die Hälfte eines Hornbogens betragen, wobei die Kernschussweite ähnlich groß bleibt. Sie scheitern meist bereits an selbst schlechten eisernen Panzern oder gehärteten Lederlamellaren. Dank ihrer hohen Schussfrequenz und großen Zahl, in der sie Dank der geringen Kosten und Ansprüche aufgebracht werden können, sind sie eine Plage für alle Leichtfüße.

Langbogen

Langbögen sind prinzipiell auch Holzbögen, aber in ihren Eigenschaften besonders, weswegen sie separat erwähnt werden. Gemeine Holzbögen sind für gewöhnlich recht kurz, während der Langbogen so hoch ist wie der Nutzer. Sie werden in Jugporandor nicht hergestellt, aber es sind einige hundert im Orksturm hierher gekommen, weil Voraut'Mal Truppen hierher flohen. Der Langbogen ist die Waffe der Wahl für die Kriegerelite Voraut'Mals, den gism'hai Halborks. Da manche gism'hai sich noch hier als Söldner verdingen, sieht man sie selten auf jugporandorischen Schlachtfeldern.

Bogenschützen

In professionellen Armeen machen Schützen in etwa jeden fünften Krieger aus. Wenn also ein Kriegsherr seine Kerntruppen mit ins Feld führt, ist die Zahl der Schützen – und damit Bogenschützen – recht hoch. Offiziell soll zumeist jeder 3. Schütze ein Feuerrohr tragen und jeder 2. Bogenschütze einen Hornbogen. Beides wird nur in gut ausgestatteten Heeren eingehalten, oftmals kommen vorallem Holzbögen zum Einsatz.

20% klingen viel, wenn man sogar noch bedenkt, dass Leichtfüße noch mehr Schützen dabei haben, ganz zu schweigen von ganzen Bognernverbänden, die es gibt – wenn auch selten. Diese Zahl vernachlässigt aber, dass Orkarmeen nicht immer nur ausgebildete Kerntruppen ins Feld führen, sondern auf figataru oder noch schlechtere Aufgebote aus Gesindel zurück greifen. Und genau dieses Pack fürchtet Schützen, denn wo ein professioneller Soldat durch Brustpanzer, Steppwams und Helm geschützt ist, hat der billige figataru vielleicht höchstens einen erbeuteten Brustschild.

Bogenschütze ist nicht gleich Bogenschütze. In Leichtfuß-maubûru sind es manchmal Kerle, die wirklich nicht für den Nahkampf geeignet sind. Gerade skirzgum'hai und fil'hai übernehmen oft diese Rolle. Im gewöhnlichen Fußvolk tragen manche Schützen auch Schilde oder Buckler mit sich herum, um im Nahkampf zumindest unterstützend tätig sein zu können. Es gibt auch Eliteeinheiten, oftmals genannt Jäger, aus Kriegern die sowohl Schilde, Krummschwerter als auch Bögen tragen und sich darauf spezialisiert haben, sich andere Leichtfüße vorzuknöpfen.

Bogenschießkunst

Orks sind im Großen und Ganzen unterdurchschnittliche Schützen. Sie sind ungelenk, schielen oft und sind ungeduldig. Trotzdem hat der Bogen eine nicht zu unterschätzende Rolle in der Kriegsführung. So kann er in mehreren Situationen von Nutzen sein.

Er dient als Druckmittel: Ein Feind, der bei einem Schützenduell unterlegen ist, muss zum Angriff übergehen oder sich zurück ziehen. Dies wird sowohl in Geplänkeln auch in Schlachten gemacht. Beschuss macht natürlich auch Schaden, zermürbt die feindlichen Heerhaufen und versucht Vorteile zu verschaffen. Bei Kämpfen um befestigte Punkte, deinen Großteil der Auseinandersetzungen ausmachen, werden sie von Verteidigern genutzt um Angriffe zu stören, während Angreifer sie nutzen um die Verteidiger nieder zu halten und einen verlustärmeres Vorrücken zu ermöglichen.

Mit einem Bogen wirklich gut zu werden, braucht Jahre der Übung, sodass bereits am Anfang der Ausbildung selektiert wird, wer Talent zeigt. Gerade slaitul'hai aus den Sippen bringen oft erhebliche Erfahrung aus der Jagd mit, sind aber oft nur mit Holzbögen ausgestattet. Bei den Waffenübungen wird die Zielgenauigkeit aber vorallem auch Kadenz geübt. Trotz ihrer geringen Zahl können Bogenschützen bei Gefechten das Zünglein an der Waage sein und ein Befehlshaber wird gutes Silber für einige fähige Schützen mit Hornbögen berappen, die fünf oder sechs Pfeile pro Minute verschießen können.

boegen_bogenschuetzen_und_bogenschiesskunst.txt · Zuletzt geändert: 2017/06/11 10:38 von zoshakan